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AlfredLauss

AtemMusik - Das eigene Label

Was macht man, wenn man Platten aufnehmen will und keinen Partner findet, der das organisiert und vor allem bezahlt? Man gründet sein eigenes Label, im Fall von Pro Brass eben AtemMusik. Zu den CDs von Pro Brass (siehe Musik) gesellten sich alsbald u.a. Aufnahmen mit Hans Gansch und Art of Brass Vienna sowie der Vertrieb von weiteren Stilrichtungen, für die es bei den "Großen" der Branche keine Abteilungen gibt und die dort deshalb nicht unterkommen. So hat sich über die Zeit ein kleines, aber feines Sortiment ergeben, das über die Zeit allerdings wieder auf die eigenen Produktionen zurückgeführt wurde. Diese seien im Folgenden näher erläutert und können natürlich auch über unseren Shop bestellt werden.

Alfred Lauss-Linhart

Wenn ein Label sich und damit seiner Arbeit den Titel AtemMusik voranstellt, wird das Ziel schon umrissen. Auch wenn das Wort, der Titel verschiedenen Deutungen offen steht, gibt es bei genauem Hinsehen doch genau Antwort.

Natürlich denkt man bei AtemMusik an Gesang, an Bläser, Holz und Blech. Widerspiegeln diese Ausdrucksformen jedenfalls unbestreitbar die direkteste Verbindung zwischen Atmen und Musik; das Klangergebnis hängt untrennbar mit dem Atem des Spielenden zusammen. Im Grunde weisen uns Instrumente, deren Verwendung den Atem eines Spielers benötigen, darauf hin, dass gute Musik - oder sagen wir besser, berührende Musik - sich dem Gesetz des Atems nicht beugt, sonder es naturgemäß beinhaltet. Empfinden wir nicht Spannungsbögen nur dann als solche, also als Bogen und vor allem als spannend, wenn sie aus dem Atem inspieriert sind, wenn sie - wie es dem ursprünglichen Sinn des Wortes entspricht - "Seele" widerspiegeln?

 

Liegt der Vergleich mit dem Menschen, seiner Stimme, mit der Sprache nicht auf der Hand?

Einen Menschen, der die Gesetze des Atems außer Kraft zu setzen versucht, der also ununterbrochen, mit unsäglicher Hast, ja Konsequenz, spricht, der andere nicht zur Sprache kommen lässt, empfinden wir als unerträglich. Gleich verhält es sich mit Menschen, die in tiefem Schweigen verharren, die sozusagen verstockt sind. Menschen beiden Schlages werden im wahren Sinne des Wortes schnell uninteressant. Sie sind als nicht "drinnen", nicht eingebunden in das Gewebe des Menschlichen, in die Kommunikation. Wobei es sich mit der Körpersprache durchaus ähnlich verhält.

Bei Musik - bei Instrumenten jeglicher Art - kommen wir durchaus zu ähnlichen Konsequenzen. Ohne zumindest "Zwi-"sprache ist Musik unmöglich, nein unmöglich nicht, sondern berührungslos, uninteressant. Die Frage hängt nicht direkt mit der Art der Klangerzeugung zusammen. Die Qualität des Spielers entscheidet nämlich, ob auch mit synthetischen Klangerzeugern der Atem das Entscheidende ist.

Die Seele bleibt unumstößlich die Essenz. Dieser Essenz ist AtemMusik verpflichtet.